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Preise und Förderung

Photovoltaik-Offerte vergleichen: die Checkliste für die Schweiz 2026

Zwei Offerten für dasselbe Dach können mehrere tausend Franken auseinanderliegen. So lesen Sie Schweizer Solar-Offerten richtig, vergleichen den Preis pro kWp und erkennen die Warnsignale, bevor Sie unterschreiben.

myosolar Editorial Team, RedaktionVeröffentlicht 2. August 2026Aktualisiert 4. August 20267 Min. Lesezeit

Wie wir jede Zahl prüfenZuletzt geprüft 4. August 2026

Frau prüft am Schreibtisch einen Vertrag mit Unterlagen

Das Wichtigste in Kürze

  • Vergleichen Sie über den Preis pro kWp: Üblich sind 2'400 bis 3'200 CHF pro kWp für schlüsselfertige Aufdachanlagen.
  • Eine vollständige Offerte nennt Module, Wechselrichter, Gerüst, Elektroarbeiten, Garantien, Termine und alle Zuständigkeiten.
  • Anschlussgesuch beim Netzbetreiber und Pronovo-Gesuch gehören geregelt in die Offerte; üblicherweise übernimmt sie der Installationsbetrieb.
  • Prüfen Sie Ertragsprognosen gegen den Richtwert von rund 1'000 kWh pro kWp und Jahr.
  • Eine als fix versprochene hohe Rückliefervergütung ist ein Warnsignal: Den Tarif legt der lokale Netzbetreiber fest, garantiert sind nur 6 Rp./kWh.

Eine Photovoltaik-Offerte vergleichen Sie am besten über zwei Fragen: Ist sie vollständig, und was kostet das kWp installierte Leistung? Üblich sind in der Schweiz 2'400 bis 3'200 CHF pro kWp für schlüsselfertige Aufdachanlagen; was deutlich darüber oder darunter liegt, braucht eine Erklärung. Diese Checkliste zeigt, was in eine seriöse Schweizer Offerte gehört, wer sich um Netzanschluss und Förderung kümmert und welche Warnsignale Sie ernst nehmen sollten.

Der Aufwand lohnt sich: Bei einer 10-kWp-Anlage bedeutet die übliche Spanne von 24'000 bis 32'000 CHF einen Unterschied von 8'000 CHF für dieselbe Leistung. Drei vergleichbare Offerten sind darum der wirksamste Preisschutz. Die Anlage selbst ist schnell gebaut: EnergieSchweiz hält fest, dass eine Anlage auf dem Einfamilienhaus im Idealfall innert zwölf Werktagen geplant und installiert ist. Die Administration davor und danach dauert oft länger als die Montage, und genau dort entscheidet sich die Qualität einer Offerte.

Was eine vollständige Offerte enthalten muss

  • Anlagenleistung in kWp sowie Anzahl, Hersteller und Typ der Module, damit Sie Datenblätter prüfen können
  • Wechselrichter mit Hersteller, Typ und Leistung, inklusive allfälligem Konzept für Leistungsoptimierer
  • Montagesystem und Unterkonstruktion, passend zum Dachtyp und zur Eindeckung
  • Gerüst oder Absturzsicherung als eigene Position mit Betrag
  • Elektroarbeiten: DC- und AC-Installation sowie nötige Anpassungen am Zählerplatz
  • Ertragsprognose in kWh pro Jahr mit den zugrunde liegenden Annahmen zu Ausrichtung, Neigung und Verschattung
  • Garantien: Produkt- und Leistungsgarantie der Module, Garantie des Wechselrichters, Gewährleistung auf die Installationsarbeit
  • Zuständigkeiten: Meldung oder Baugesuch, Anschlussgesuch beim Netzbetreiber, Gesuch für die Einmalvergütung bei Pronovo
  • Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer mit Zahlungsplan nach Baufortschritt
  • Termin für Montage und Inbetriebnahme

Fehlt eine dieser Positionen, ist die Offerte nicht automatisch schlecht, aber unvollständig, und Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Fragen Sie nach, bevor Sie Preise nebeneinanderlegen.

Legen Sie für den Vergleich eine einfache Tabelle an: eine Zeile pro Position aus der Checkliste, eine Spalte pro Offerte. Wo eine Zelle leer bleibt, fragen Sie nach dem Preis der fehlenden Position. So wird aus drei unterschiedlich aufgebauten Dokumenten eine vergleichbare Grundlage, und Sie sehen sofort, welcher Betrieb mit unvollständigen Paketen kalkuliert.

Die Einmalvergütung gehört nicht in den Offertpreis eingerechnet: Sie wird separat über Pronovo abgewickelt und beträgt 2026 für angebaute Anlagen unter 30 kWp 360 CHF pro kWp. Seriöse Offerten weisen sie als Information aus, ziehen sie aber nicht einfach vom Preis ab, denn ausbezahlt wird sie erst nach der Abwicklung des Gesuchs.

Der Kern des Vergleichs: der Preis pro kWp

Teilen Sie den Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer durch die installierte Leistung. Die übliche Spanne für schlüsselfertige Aufdachanlagen liegt bei 2'400 bis 3'200 CHF pro kWp. Kleine Anlagen liegen eher am oberen Rand, weil sich Fixkosten wie Gerüst, Anfahrt und Administration auf weniger Leistung verteilen; grössere Anlagen auf einfachen Dächern liegen eher am unteren Rand. Indachlösungen mit integrierten Modulen sind teurer und mit einer Aufdachofferte nicht direkt vergleichbar.

Fiktives Beispiel: zwei Offerten für dieselbe 10-kWp-Anlage
PositionOfferte AOfferte B
Gesamtpreis inkl. MWST27'500 CHF25'900 CHF
Preis pro kWp2'750 CHF2'590 CHF
Gerüst enthaltenjanein, wird separat verrechnet
Anschlussgesuch und Pronovo-Gesuchenthaltennicht erwähnt
Ertragsprognose9'800 kWh mit Annahmennur eine Jahreszahl
Wirklich vergleichbarer Endpreis27'500 CHFoffen, eher höher

Das Beispiel zeigt das typische Muster: Die nominell günstigere Offerte B wird real teurer, sobald Gerüst und Administration dazukommen. Vergleichen Sie nie den Schlusspreis allein, sondern den Leistungsumfang pro Franken.

Balkendiagramm: Offerte A kostet 2'750 CHF pro kWp mit Gerüst und Gesuchen, Offerte B 2'590 CHF pro kWp ohne diese Positionen
Offerte B ist nur nominell günstiger: Gerüst und Gesuche fehlen, der vergleichbare Endpreis bleibt offen.Bildnachweis: Grafik myosolar, fiktives Rechenbeispiel

Wenn ein Speicher in der Offerte steht

Offeriert ein Betrieb einen Batteriespeicher dazu, gehört er als eigene Position ausgewiesen, mit Kapazität in kWh und separatem Preis. Als Massstab: Swissolar beziffert den Installationspreis eines Speichers mit 10 bis 15 kWh im Einfamilienhaus ohne Notstromfunktion auf 6'000 bis 10'000 CHF. Lassen Sie sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage mit und ohne Speicher getrennt vorrechnen; in einer Gesamtsumme versteckt der Speicher sonst die Rendite der Module.

Darum streuen die Preise so stark

Hinter der Spanne von 2'400 bis 3'200 CHF pro kWp stecken reale Kostenunterschiede: Dachform und Eindeckung (Ziegel, Eternit, Blech), die Zugänglichkeit fürs Gerüst, der Zustand des Zählerplatzes, die Kabelwege vom Dach zum Technikraum und die Auslastung des Betriebs. Zwei seriöse Offerten können deshalb unterschiedlich teuer sein, ohne dass eine davon überrissen ist. Entscheidend ist, dass die Offerte die teuren Positionen sichtbar macht, statt sie in einer Pauschale zu verstecken. Geben Sie ausserdem allen Anbietern dieselben Eckdaten, sonst vergleichen Sie verschiedene Anlagen statt verschiedene Preise.

Ertragsprognose: die 1'000-kWh-Frage

EnergieSchweiz rechnet bei geeigneter Ausrichtung und Neigung mit rund 1'000 kWh pro kWp und Jahr. Eine seriöse Prognose nennt die Grundlage, etwa die Sonnendach-Karte des Bundes oder eine Simulationssoftware, dazu die angenommene Ausrichtung, Neigung und Verschattung. Prognosen deutlich über 1'000 kWh pro kWp sind an guten Lagen möglich, brauchen aber eine Begründung; pauschale Bestwerte ohne Herleitung sind ein Warnsignal.

Prüfen Sie auch die Wirtschaftlichkeitsrechnung der Offerte, falls eine beiliegt: Seriös ist der aktuelle Tarif Ihres lokalen Netzbetreibers, nicht ein nationaler Durchschnitt. Zur Einordnung: 2026 zahlten die 30 grössten Netzbetreiber im Schnitt rund 9.6 Rp./kWh inklusive Herkunftsnachweis (Erhebung VESE), die Spanne ist gross, und garantiert sind für Anlagen unter 30 kW nur 6 Rp./kWh.

Wer kümmert sich um Netzanschluss und Pronovo?

In der Schweiz gehören zu jeder Anlage drei administrative Schritte, und die Offerte muss sagen, wer sie übernimmt. Erstens die Meldung an die Baubehörde: Für Dachanlagen genügt in den meisten Fällen eine einfache Meldung statt eines Baugesuchs; massgebend ist Ihre Gemeinde. Zweitens das Anschlussgesuch beim Netzbetreiber: Dieses reicht üblicherweise die Installationsfachperson ein. Drittens das Gesuch für die Einmalvergütung bei Pronovo: Das können Sie selbst stellen oder eine Drittpartei damit bevollmächtigen, typischerweise den Installationsbetrieb.

Zur Inbetriebnahme gehören ausserdem die Abnahme der Elektroinstallation und die Unterlagen für den Netzbetreiber. Verlangen Sie die vollständige Dokumentation mit Schemata, Protokollen und Garantiescheinen als Teil der Lieferung; Sie brauchen sie später für Versicherung, Steuerabzug und einen allfälligen Verkauf des Hauses.

Die Warnsignale

  • Pauschalpreis ohne Positionen: Ohne Aufschlüsselung können Sie weder vergleichen noch Nachträge abwehren
  • Keine Prüfung des Dachs, weder vor Ort noch anhand von Plänen und Fotos
  • Zeitdruck wie «Förderung sichern, gilt nur diese Woche»: Die Einmalvergütung hängt nicht vom Vertragsdatum ab, massgebend ist der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme
  • Ertragsversprechen weit über 1'000 kWh pro kWp ohne Herleitung
  • Amortisationsversprechen unter zehn Jahren ohne Rechnung mit Ihrem Verbrauchsprofil und dem Tarif Ihres Netzbetreibers
  • Eine als fix verkaufte hohe Rückliefervergütung: Den Tarif legt Ihr lokaler Netzbetreiber fest und passt ihn in der Regel jährlich an; garantiert sind für Anlagen unter 30 kW nur 6 Rp./kWh
  • Komponenten ohne Herstellerangabe oder Datenblatt
  • Sehr hohe Anzahlung vor Baubeginn statt Teilzahlungen nach Baufortschritt
  • Unklare Angaben dazu, wer im Garantiefall die Arbeiten bezahlt: Modulgarantien decken oft nur das Material, nicht den Aus- und Einbau

Keines dieser Signale beweist für sich Unseriosität, aber jedes rechtfertigt eine Nachfrage. Ein guter Betrieb beantwortet sie ohne Ausflüchte.

Bevor Sie unterschreiben, lohnt sich ein letzter Blick auf zwei Zahlen ausserhalb der Offerte: die Rückliefervergütung Ihres Netzbetreibers auf pvtarif.ch und die Einmalvergütung im Tarifrechner von Pronovo. Beide bestimmen die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage stärker als ein Rabatt von ein paar hundert Franken im Verkaufsgespräch.

Diese Fragen stellen Sie im Gespräch

  • Montieren eigene Monteure oder Subunternehmer, und wer haftet für die Arbeit?
  • Über wen läuft die Garantieabwicklung, wenn ein Modul oder der Wechselrichter ausfällt?
  • Was passiert bei Mehrkosten, etwa wenn sich der Dachzustand als schlechter erweist?
  • Ist ein Monitoring enthalten, mit dem Sie den Ertrag selbst überwachen können?
  • Wie schnell reagiert der Betrieb bei einer Störung nach der Inbetriebnahme?
  • Welche Referenzanlagen in der Umgebung können Sie sich ansehen?
  • Wie lange gilt die Offerte, und was passiert bei Preisänderungen einzelner Komponenten bis zur Montage?

Notieren Sie die Antworten direkt in Ihrer Vergleichstabelle. Betriebe, die solche Fragen schriftlich und konkret beantworten, sind im späteren Betrieb der Anlage meist ebenso zuverlässig; ausweichende Antworten vor dem Kauf werden nach der Montage selten besser. Das Gespräch ist damit Teil des Vergleichs, nicht blosse Höflichkeit.

So holen Sie Offerten richtig ein

  1. Holen Sie drei Offerten von Betrieben aus Ihrer Region ein und geben Sie allen dieselben Eckdaten: Jahresverbrauch, Dachfläche, geplante Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto
  2. Verlangen Sie die Aufschlüsselung nach den Positionen aus der Checkliste oben
  3. Rechnen Sie jede Offerte auf CHF pro kWp um und notieren Sie, was im Preis fehlt
  4. Prüfen Sie Referenzen und sehen Sie sich wenn möglich eine gebaute Anlage an
  5. Klären Sie die Zuständigkeit für Meldung, Anschlussgesuch und Pronovo-Gesuch schriftlich

Mit dieser Vorbereitung wird aus einem Bauchentscheid ein Vergleich mit Zahlen. Ob sich die beste Offerte auch rechnet, prüfen Sie anschliessend mit unserer Wirtschaftlichkeits- und Amortisationsrechnung; die Kaufentscheidung fällt dann auf einer Grundlage, die Sie selbst nachvollziehen können.

Häufige Fragen

Wie viele Offerten soll ich einholen?
Drei Offerten von Betrieben aus der Region sind ein guter Standard. Geben Sie allen dieselben Eckdaten zu Verbrauch, Dach und geplanten Geräten, sonst vergleichen Sie unterschiedliche Anlagen statt unterschiedliche Preise. Rechnen Sie jede Offerte auf CHF pro kWp um.
Welcher Preis pro kWp ist 2026 in der Schweiz fair?
Üblich sind 2'400 bis 3'200 CHF pro kWp für schlüsselfertige Aufdachanlagen. Kleine Anlagen liegen wegen der Fixkosten eher oben, grosse Anlagen auf einfachen Dächern eher unten. Indachlösungen sind teurer und separat zu vergleichen.
Wer meldet die Anlage an und reicht das Anschlussgesuch ein?
Die Meldung an die Baubehörde genügt für Dachanlagen in den meisten Gemeinden anstelle eines Baugesuchs. Das Anschlussgesuch beim Netzbetreiber reicht üblicherweise die Installationsfachperson ein. Lassen Sie sich beide Zuständigkeiten schriftlich in der Offerte bestätigen.
Wer beantragt die Einmalvergütung?
Das Gesuch läuft über das Pronovo-Portal. Sie können es selbst stellen oder eine Drittpartei bevollmächtigen, in der Praxis meist den Installationsbetrieb. Für angebaute Anlagen unter 30 kWp beträgt der Leistungsbeitrag 2026 360 CHF pro kWp; massgebend ist der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme.
Darf eine Offerte eine fixe Rückliefervergütung versprechen?
Nein, das kann sie nicht seriös: Den Tarif legt Ihr lokaler Netzbetreiber fest und passt ihn in der Regel jährlich an. Gesetzlich garantiert sind für Anlagen unter 30 kW nur 6 Rp./kWh. Den aktuellen Tarif Ihres Netzbetreibers finden Sie auf pvtarif.ch.
Woran erkenne ich einen seriösen Anbieter?
An einer Dachprüfung vor der Offerte, einer Ertragsprognose mit nachvollziehbaren Annahmen, vollständigen Positionen inklusive Gerüst und Administration, klaren Garantien und Referenzanlagen in der Umgebung. Zeitdruck-Rabatte und Pauschalversprechen sind dagegen typische Warnsignale.

Quellen

  1. CKW, Photovoltaik-Kostenckw.ch
  2. EnergieSchweiz, In sieben Schritten zur Solaranlageenergieschweiz.ch
  3. EnergieSchweiz (BFE), Leitfaden Solaranlagen (Ertragsrichtwert)pubdb.bfe.admin.ch
  4. Pronovo, Häufige Fragen zur Einmalvergütungpronovo.ch
  5. Pronovo, Neuerungen Einmalvergütung Photovoltaikpronovo.ch
  6. ElCom, FAQ zur Stromversorgung ab Mantelerlass (PDF)elcom.admin.ch
  7. VESE, pvtarif-Erhebung 2026 (via ee-news)ee-news.ch
  8. Swissolar, Faktenblatt Photovoltaik Schweiz 2025 (PDF)swissolar.ch

Wir sagen Ihnen, wenn sich die Regeln ändern

Eine E-Mail, wenn sich Tarif, Förderung oder Steuerregel in Ihrem Land ändern. Sonst nichts.

Frankreich hat die Einspeisevergütung am 5. Juni 2026 gesenkt, Deutschland senkt am 1. Februar 2027 um 1 Prozent, die Schweiz stellt am 1. Januar 2027 auf stündliche Preise um. Sie hätten es gewusst.

Verfasst von

myosolar Editorial Team

Redaktion

Die myosolar Redaktion recherchiert und aktualisiert jeden Artikel mit belegten Quellen.

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Aktualisiert 3. August 20267 Min. Lesezeit